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S:
Sauerstoffaufnahmekapazität
Sauerstoffbindung
SD
Seitenstichen
Sportler
Sportliche Leistungsfähigkeit
 
Sauerstoffbindung
Die Atmung ist eine wichtige Vitalfunktion und Voraussetzung für die Sauerstoffversorgung des Organismus. Zur Atmung gehört die Sauerstoffaufnahme mit der Atemluft, der Gasaustausch in der Lunge, die Sauerstoffbindung an das Hämoglobin der Erythrozyten, der Transport des Sauerstoffs mit den Erythrozyten im Blut, die Abgabe des Sauerstoffs im Gewebe und die Nutzung des Sauerststoffs bei der Energiebereitstellung.

Die Atemfunktion ist ein durch zahlreiche Reflexmechanismen gesteuerter Vorgang, den man aber willentlich beeinflussen kann (Aderhold und Weigelt 2012).

Durch Ausdauertraining wird neben vielfältigen positiven Auswirkungen auch die Atemmuskulatur gekräftigt. Bei niedriger Laufgeschwindigkeit ist noch eine reine Nasenatmung möglich. Erhöht sich das Tempo, wird die Luft automatisch vorwiegend über den Mund aufgenommen, weil das ökonomischer ist (geringerer Strömungswiderstand und damit geringere Atemarbeit).

Bei steigender körperlicher Belastung nehmen zunächst das Atemzugvolumen und danach auch die Atemfrequenz zu. Im Grenzbereich der Leistungsfähigkeit geht das Atemzugvolumen wieder zurück bei weiter gesteigerter Atemfrequenz (Hollmann et al. 2006).

Das Produkt aus Atemfrequenz und Atemzugvolumen ist das Atemzugvolumen, eine wichtige Größe für die Sauerstoffaufnahme. Durchschnittlich trainierte Männer haben Werte von 120 - 140 l/min, Spitzenläufer können bis zu 200 l/min und darüber hinaus erreichen. Die Atemarbeit wird wesentlich durch die Atemtiefe und die Atemfrequenz beeinflusst. Eine hochfrequente und flache Atmung (Hyperventilation - „Hechelatmung") verbraucht mehr Sauerstoff für die reine Atemarbeit, ist also unökonomisch, da dieser Sauerstoff nicht für die Laufmuskulatur zur Verfügung steht. Effektiver ist eine tiefere und langsamere Atmung.

Das tiefe bewusste Einatmen verlängert die Kontaktzeit des Sauerstoffs in den Lungenalveolen mit dem Blut und führt zu einer höheren Sauerstoffbindung an das Hämoglobin. Der Arbeitsmuskulatur kann so mehr Sauerstoff für die aerobe Energiegewinnung zur Verfügung gestellt werden. Bei schnellerem Tempo sollte man also bewusst tief und langsam einatmen. Die Ausatmung verläuft reflektorisch, man muss nicht extra auf sie achten.

Für den Sportler ist es bei Belastung günstiger, tiefer (Erhöhung des Atemzugvolumens) anstatt schneller (Erhöhung der Atemfrequenz) zu atmen.

Bei intensiven Belastungen kommt es häufiger zu Seitenstichen. Die genauen Ursachen der Seitenstiche sind nicht bekannt. Als Erklärung dient die durch das Laufen ausgelöste Erschütterung mit Zerrung der Aufhängung der Verdauungsorgane am Zwerchfell. Andere vermutete Ursachen sind eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Zwerchfells oder eine Umverteilung des Blutflusses insbesondere von Milz und Leber. Auch psychische Einflüsse werden diskutiert.